Mittwoch, 28. März 2012

Romeo

Och, schon ist der März fast rum und ich hab diesen Monat noch gar nicht gebloggt. Und dann ist mir heute Nacht ein Verslein eingefallen:
Und gehst du dann so? O mein Liebster, mein Herr, mein Gemahl, mein Freund! Ich muss alle Tage Nachricht von dir haben, alle Stunden, denn in einer Minute ohne dich sind viele Tage. Ach! Nach dieser Rechnung werd’ ich alt sein, eh ich meinen Romeo wiedersehe.
Lebe wohl, meine Liebe: Ich will keine Gelegenheit versäumen, wodurch ich dir meinen Gruß übermachen kann.
Ach, denkst du, wir werden uns jemals wiedersehen?
Zweifle nicht; es wird eine Zeit kommen, wo alle diese Widerwärtigkeiten uns zum Stoff angenehmer Gespräche dienen werden.
O Gott! Ich hab’ eine Unglück weißsagende Seele – – Mich dünkt, ich seh dich, da ich so auf dich hinunter schaue, wie einen, der tot in seinem Grabe liegt. Entweder werden meine Augen düster, oder du siehst bleich – –
Glaube mir, Liebe, du kommst mir ebenso vor; der Kummer trinkt das Blut in unsern Wangen auf – – Lebe wohl, lebe wohl! – –

Überhaupt fühle ich mich schon wieder so blümerant. Drecks Hormone!

frei nach Romeo und Juliette von William Shakespeare, übersetzt von Christoph Martin Wieland, 1766

Mittwoch, 29. Februar 2012

Ehrensold

Foto: Promifotos.de.
HAUK MEDIEN ARCHIV
Alexander Hauk
Voll ungerecht! Wenn der Herr Lübke das wüsste ... äh, und sich das dann auch noch merken könnte, dann würde er sich bestümmt im Grabe herumdrehen. Kriegt der Christian Wulff doch tatsächlich seinen Ehrensold vom Bundespräsidialamt zugesichert. Bis ans Ende seiner Tage. Da sträuben sich mir die Nackenhaare. Da verstehe ich die Welt nicht mehr. Meine Moralvorstellungen: ein Scherbenhaufen. Ich glaub, da müssen die Politikheinis noch einmal drüber nachdenken. Bei tagesschau.de haben bisher knapp 43.000 unrepräsentative Internetnutzer abgestimmt und knapp 90% finden es voll Moppelkotze, dass der von der Staatsanwaltschaft zum Rücktritt genötigte Ex-Präsi vom Steuerzahler mit einer fürstlichen Apanage versorgt wird. Es wird Zeit, dass ein Ruck durch die Nation geht und solchen Machenschaften ein Ende gesetzt wird. Schluss mit der Selbstbedienungsmentalität der Politiker. Wie sagt mein Klaus immer, wenn er von seinen Eskapaden im besetzten Haus und auf den Zäunen der Atomkraftwerke schwadroniert: "Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht!" Aber das sagte Berthold Brecht ja auch schon.


Der Urheber des Fotos gestattet jedermann jede Form der Nutzung, unter der Bedingung der angemessenen Nennung seiner Urheberschaft. Weiterverbreitung, Bearbeitung und kommerzielle Nutzung sind gestattet.

Mittwoch, 22. Februar 2012

Et hät noch immer joot jejange


Scan by Yellow Lion
Puh, das wäre geschafft. Die jährliche Frohsinnsverordnung haben wir unbeschadet überstanden. Die abgestandenen Witze uns den Magen nicht verdorben. Wie jedes Jahr zwischen Altweiberfastnacht und Veilchendienstag haben wir alle Karnevalssendungen im Fernsehen und den Klamauk auf WDR 2 boykottiert. So sind wir den gesammelten Werken Fips Asmussens entkommen. Die alten Witze werden von Jahr zu Jahr einfach nicht besser. Und in Zeiten von Onlineportalen und sozialen Netzwerken sind Motivwagen auf kamelleverpappten Straßen einfach nicht mehr angesagt.
Aber vielleicht braucht das der Deutsche wenigstens einmal im Jahr. Billige Witze über Randgruppen. Komasaufen. Sexuelle Revolution!
Der Urheberrechtsinhaber dieses Werkes, veröffentliche es als gemeinfrei. Dies gilt weltweit. In manchen Staaten könnte dies rechtlich nicht möglich sein. Sofern dies der Fall ist: Er gewähre jedem das bedingungslose Recht, dieses Werk für jedweden Zweck zu nutzen, es sei denn Bedingungen sind gesetzlich erforderlich.