Sonntag, 1. September 2013

Schlag den Raab

Foto: Daniel Kruczynski
derivative work: César
Ist euer Fernseher auch kaputt? Es kann doch nicht sein, dass statt Tatort, Rosamunde Pilcher, einem Schundspielfilm oder der "Wok-WM" gerade auf vier verschiedenen Sendern, auch im Unterschichtenfernsehen, ein Promispecial von "Schlag den Raab" läuft.
Das Format kommt mir auch verdammt komisch vor. Keine Werbeunterbrechungen und man kann auch nicht sieben "Ferrari F12 berlinetta" und ein Sparhandy gewinnen, wenn man eine komplizierte Quizfrage per Telefon oder SMS beantwortet. Stargäste sind unsere Mutti und der böse Peer, der unserer Mutti der ihr schönes Kanzleramt wegnehmen will.
Mutti sieht schlecht aus. Hat bestümmt kurz vor der Sendung noch wegen des ganzen Elends in der Welt geweint oder einen gefährlichen Antigiftgaseinsatz in Syrien geleitet. Das Geschwafel nimmt seinen Lauf. Flächendeckender Mindestlohn, gleicher Lohn für alle, weniger Ausgaben, mehr Einnahmen. Der Stefan Raab stellt eine Frage, wo nicht lustig ist. Er grinst auch gar nicht.
Mutti will Arbeitsplätze erhalten und schaffen. Steuererhöhungen für Reiche sind Moppelkotze! Der Peer vermiest allen mit den Steuererhöhungen den Abend. Ich gehe ins Körbchen. Oder mit der Sabine noch ne Runde Gassi. Ich will keinen Mindestlohn. Denn selbst dafür müsste mein Klaus ja arbeiten - und das möchte ich nicht!


Bildnachweis: By Stefan_Raab-2.jpg: Daniel Kruczynskiderivative work: César (Stefan_Raab-2.jpg) [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons

Freitag, 23. August 2013

Lazing On a Sunny Afternoon

Photo by Pete Souza
Der Bo, der alte Schlawiner. Hat sich aus dem schäbigen Hundezwinger "DogMa" auf der Virginia Avenue eine kleine "Schwester" mitgebracht. Damit er eine Artgenossin um sich herum hat und nicht total vermenschlicht. Aber aufgepasst, Sunny, kleines Schätzchen: Denn ich weiß, dass die Kerle alle nur das Eine wollen. Und du bleibst dann auf einem Wurf Welpen sitzen und musst zusehen, dass du die besser nach acht Wochen wieder los wirst. Der "Lover" vergnügt sich wohlmöglich längst mit einer anderen läufigen Dorfschlampe und kann für die Folgen nicht aufkommen.
Zwei Monate schmarotzt das Kroppzeug in deiner Gebärmutter und wird mit jedem Tag schwerer und schwerer. Bei Nacht und Nebel erblicken die Welpen dann unter größten Qualen für die Mutter blind und taub das vom Atomstrom gespeiste Licht der Welt. Saugen dich aus bis auf den letzten Tropfen, zerkratzen dir mit ihren scharfen Krallen das ganze Gesäuge und beißen dir mit ihren spitzen Milchzähnen deine Zitzen kaputt. Und im Gegenzug kannst du dann den ganzen Tag denen deren Pipi und Aa auflecken. Igitt! Von meinem Klaus kannst du da keine Hilfe erwarten. Das hat er mir beim Leben seines Braumeisters Fiege versprochen. Und von dem Barack Obama schon gar nicht! Der verspricht doch immer nur und hält überhaupt nichts!
Und ich bin auch nicht gerade in der Stümmung, mir Gedanken um andere zu machen und denen deren Schicksal positiv zu beeinflussen. Dieses Jahr habe ich voll die Sommerdepressionen - ganz ohne Fußball, und wenn ihr auf meiner Homepage gewesen wärt, wüsstet ihr auch warum. Es ist nämlich scheinbar vorbei mit "and I love to live so pleasantly, live this life of luxury lazing on a sunny afternoon ... ". Und hier noch einmal mein Aufruf:
Suche ab sofort solvente Zweibeiner, die sich meiner annehmen und mir den gewohnten Komfort und Luxus in wochenlangen Urlauben mit Strand, Möwen und Kalbsknochen bieten können und wollen. Kurze Mail an patchy@patchy.de mit CV und glaubwürdigem Nachweis über die Vermögensverhältnisse genügt.

Bildnachweis: Official White House Photo by Pete Souza, Except where otherwise noted, third-party content on this site is licensed under a Creative Commons Attribution 3.0 License. Visitors to this website agree to grant a non-exclusive, irrevocable, royalty-free license to the rest of the world for their submissions to Whitehouse.gov under the Creative Commons Attribution 3.0 License.
Liedtextzitate stammen aus "Sunny Afternoon" von den Kinks.

Mittwoch, 19. Juni 2013

Wo ist Bo?

Foto: Lutz Mischa Heitmüller
Die Obamas sind in Berlin. Barack, Michelle, Sasha und Malia. Die Mädels sind auf Sightseeingtour gewesen beim Damenprogramm mit Joachim Sauer, unserer Mutti der ihrem Göttergatten. Holocaustmahnmal, das Stelenfeld und die Mauergedenkstätte an der Bernauer Straße. Und? Wo ist mein lieber Freund und Kupferstecher Bo, der First Dog of the United States? Im Frachtraum der Air Force One vergessen. In der Hotelsuite bei einem unterbezahlten Hundesitter? Oder haben sie dich schon wieder in diesen schäbigen dog pound "DogMa" auf der Virginia Ave. abgeschoben? Man munkelt, da ginge es zu, wie auf Guantanamo. Da gibt es für dich bestümmt keine Sonderrechte, eher im Gegenteil, wenn die da zufällig auch Perserkatzen oder Afghanen einsitzen haben. Immerhin kannst du ja von Glück sagen, dass Waterboarding für dich mehr Spaß als Folter ist.
Man hat's nicht einfach als Hund, wenn die anfängliche große Liebe erst einmal verblasst und der Alltag Einzug hält. Und die Mutti oder der Bundespräsident halten es ja nicht für nötig, für dich ein Hundeprogramm aufzulegen. Und falls du zufällig diesen Post nicht selbst lesen solltest, lass dir von deinem Herrchen und dem NSA einen hübschen PRISM-Ausdruck machen. Ich wundere mich eh schon seit Monaten, dass ich so viele Zugriffe aus den USA auf meine Posts habe ...

Bildnachweis: Mischa Heitmüller